Unser Leitgedanke

- Was mir machen und wollen -

Vor inzwischen über elf Jahren haben sich unsere Interessen, etwas ganz Neues mit Mundart zu machen, getroffen. Die Kernidee war von Anfang klar: ein Tisch, ein Text, ein Lichtstrahl. Geboren war das "Bisinger Brettle".

 

Ein Tisch, ein Text, ein Lichtstrahl

 

Seither schreiben wir an unseren eigenen Texten und Liedern, proben und verfeinern. Wir wollen die existierende Mundartlandschaft ergänzen, indem wir die schwäbische Mundart erweitern, wo eben nicht die ewig gleichen 'Schenkelbatscher'-Witze und die inzwischen schal gewordene Klischee-Zementierung als Ziel leichter Unterhaltung im Vordergrund stehen.

 

Wir gehen davon aus - und wir haben die Hoffnung -, dass der Schwabe weit mehr ist als ein nicht-reflektierendes Wesen mit Kehrwoche und Sparzwang, bei dem die Frauen nicht schön sein, aber putzen können müssen.

 

Wir gehen davon aus, dass auch der Schwabe eine Seele hat. Eine Seele, in der Gefühlsregungen nach oben und nach unten, in das Befreiend-Lachende aber auch in das ebenso Befreiend-Nachdenkliche gleichermaßen erlaubt sind. Wir wollen außerdem und gerade dadurch das Schwäbische auch für Nicht-Schwaben öffnen, es aus dem "Belächelt-Sein" anderer befreien.

 

Die Farbigkeit des Dialekts

 

Da steht zum einen die Sprache als solche. Sie ist weit mehr als nur mundartlich erzählendes Medium. Die Farbigkeit des Dialektes, Silben, Nasale und Laute reizen förmlich zu Wort- und Sprachspielereien. Der Dialekt an sich wird zum Kunst- und Stilmittel. Kombinationen aus Sprache und Inhalt präsentieren sich dem Publikum als filigrane Wortakrobatik und fordernde Zungenbrecher. Es ist ähnlich wie bei einem französischen Chanson: Man versteht die Sprache zwar nicht immer, aber es klingt wunderschön! Es ist die Sprachmelodie, die berührt.

Im Dialekt stecken aber auch weitaus mehr Doppeldeutigkeit und Hintersinn, als viele glauben. Diese erzeugen in unseren Liedern, Szenen und Gedichten Herzenslust und Amüsement.

 

Es darf auch eine gerührte Träne fließen

 

Denn der Schwabe ist im Alltag von seinem Dialekt umgeben. Er hört ihn, spricht ihn, denkt in ihm, ohne ihn wirklich zu registrieren. Er hört Witze in seiner Sprache und lacht darüber. Wir - als "Bisinger Brettle" - wollen darüber hinaus sensibel machen, wollen den Dialekt spüren in all seinen Facetten und seinen Nuancen: nämlich auch in Besinnlichkeit, Nachdenklichkeit und Tiefe - sowohl in der Darstellung als auch in den Themen. Diese Themen dürfen und sollen dabei und gerade auch deshalb Grenzwertiges beinhalten, an Tabus stoßen. Es darf auch im Dialekt „geschluckt“ werden. Es darf der Kloß im Hals stecken bleiben und auch eine gerührte Träne fließen – mit und neben, ja sogar in Kombination mit dem Frohsinn! Denn auch im Dialekt haben Themen, die scheinbar nur den hochdeutschen Drama-Theatern vorbehalten sind, ihre Berechtigung. Wir transportieren sie jedoch in die schwäbische Kleinkunst. Gerade diese „Achterbahn der Gefühle“ ist ein anderer Weg im Umgang mit dargebotener „Mundart“.

 

Schwäbisch als Sprache der Seele

 

Schwäbisch als Ausdruckssprache, auch in höheren Gedankenregionen.

Schwäbisch als Gefühl, als Sprache der Seele. In aller Heiterkeit.

Wir liefern daher keine "klassischen" Sketche, keine gespielten Witze, sondern Szenen und Darstellungen, in denen sich Schwäbisch mit der Hochsprache gleichziehen lässt und den Dialekt nicht auf eine einzige Ebene der Einfältigkeit stellt, sondern Ausdruck eines inneren, breiteren Lebensgefühls wird.

 

 

 

"Schwäbisch muaß it luschtig sei.

Schwäbisch ischt it niedlich klei.

Schwäbisch ischt it alt ond kühl. -

Schwäbisch ischt a Lebensgfühl."

 

 

 

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© Bisinger Brettle 2016